Lebensmittelkontakt und Kupfergeschirr

Kupfergeschirr mit verzinnter Innenseite bringt die Speise nicht mit dem Kupfer in Berührung, sondern mit der Zinnschicht. Kritisch sind unbeschichtete Innenflächen in Verbindung mit sauren Speisen und durchgescheuerte Zinnschichten. Diese Seite erklärt den EU-Rahmen, die deutsche Lage und sagt offen, welche Unterlagen uns vorliegen.

Ist Kupfergeschirr gesundheitsschädlich?

Die Antwort hängt an zwei Dingen: an der Innenseite und am Inhalt. Ein Kochgefäß mit intakter Zinnschicht ist für den normalen Gebrauch unbedenklich. Ein Topf mit blanker Kupferinnenseite gehört dagegen nicht in Kontakt mit sauren Speisen, und eine abgetragene Zinnschicht gehört erneuert.

Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, ob die Innenseite verzinnt ist und was darin gekocht wird. Die lange Antwort ist diese Seite. Wir schreiben sie, weil die Frage im deutschsprachigen Raum häufiger gestellt wird als jede andere — und weil sie selten geradeheraus beantwortet wird.

Warum innen verzinnt wird

Zinn dient als Trennschicht zwischen Speise und Kupfer. Kupfer leitet Wärme hervorragend, reagiert aber mit Säuren; eine Zinnschicht auf der Innenseite verhindert diesen Kontakt. Sie ist ein Verschleißteil, hält bei normaler Nutzung viele Jahre und wird danach erneuert statt ersetzt.

Kupfer leitet Wärme hervorragend, reagiert aber mit sauren Speisen. Deshalb trägt ein Kochgefäß aus Kupfer traditionell eine Zinnschicht auf der Innenseite: Die Speise berührt das Zinn, nicht das Kupfer. Diese Schicht ist Verschleißteil. Sie hält Jahre, aber nicht ewig, und sie wird erneuert — in der Türkei ist das ein eigenes Handwerk mit eigenem Namen: kalaylama.

Daraus folgt eine Ehrlichkeit, die wir Ihnen schulden: Unsere Kochgefäße sind nicht durchgehend reines Kupfer. Der Körper ist Kupfer, die Innenseite ist verzinnt. Wer massives, unbeschichtetes Kupfer für den Kochtopf sucht, sucht etwas anderes.

Der EU-Rahmen in einfachen Worten

Die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 gilt für alle Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Sie formuliert allgemeine Anforderungen und überlässt die Detailregeln sogenannten Spezialmaßnahmen — die es für Metalle bislang nicht gibt.

Die Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 verlangt, dass Materialien mit Lebensmittelkontakt keine Bestandteile in gesundheitlich bedenklichen Mengen abgeben. Für Metalle gibt es keine EU-weit bindende Grenzwertliste wie bei Kunststoffen; die Mitgliedstaaten arbeiten mit eigenen Bewertungen und mit der Empfehlung des Europarats. Das ist kein Schlupfloch, sondern schlicht der Stand der Regulierung.

Die drei Anforderungen aus Artikel 3

Artikel 3 der Rahmenverordnung stellt drei Bedingungen an jeden Gegenstand mit Lebensmittelkontakt: Er darf die Gesundheit nicht gefährden, die Zusammensetzung des Lebensmittels nicht unvertretbar verändern und Geruch, Geschmack oder Aussehen der Speise nicht beeinträchtigen. Alle drei gelten gleichzeitig.

Diese drei Sätze sind der Kern des gesamten europäischen Rahmens, und sie sind bewusst als Ziel und nicht als Zahlenliste formuliert. Der erste Punkt betrifft die Gesundheit: Ein Gegenstand darf keine Bestandteile in Mengen abgeben, die gesundheitlich bedenklich sind. Der zweite betrifft die Zusammensetzung: Die Speise soll nicht durch den Behälter zu etwas anderem werden. Der dritte betrifft die organoleptischen Eigenschaften, also das, was Nase und Zunge wahrnehmen — ein metallischer Beigeschmack ist bereits ein Mangel, auch wenn niemand krank wird.

Für Kupfer im Küchenalltag greift meistens der dritte Punkt zuerst. Wer eine Tomatensauce in einem Kochgefäß mit blanker Kupferinnenseite lange ziehen lässt, schmeckt das Ergebnis, bevor irgendein Messgerät etwas anzeigt. Genau deshalb ist die Zinnschicht kein Zusatz, sondern Teil der Konstruktion, und genau deshalb steht auf dieser Seite so oft, dass unsere Kochgefäße innen verzinnt sind.

Zwei weitere Artikel derselben Verordnung tauchen in Einkaufsgesprächen regelmäßig auf. Artikel 15 regelt die Kennzeichnung — das Glas-und-Gabel-Symbol oder ein entsprechender Hinweis. Artikel 16 verlangt eine schriftliche Konformitätserklärung für Materialgruppen, für die eine Spezialmaßnahme existiert. Und Artikel 17 verlangt Rückverfolgbarkeit über die gesamte Kette, also die Fähigkeit, eine Position zu ihrem Vorlieferanten zurückzuverfolgen. Der letzte Punkt ist der, an dem Handelsketten in der Praxis am genauesten nachfragen.

Warum es für Metalle keine EU-weite Spezialmaßnahme gibt

Spezialmaßnahmen der Europäischen Union bestehen bisher nur für einzelne Materialgruppen — unter anderem Kunststoffe, Keramik, regenerierte Cellulose sowie aktive und intelligente Materialien. Für Metalle und Legierungen existiert keine solche Verordnung; dort gelten die allgemeinen Anforderungen und ergänzend nationale Regeln.

Dieser Unterschied erklärt fast alle Missverständnisse in Einkaufsgesprächen. Wer aus dem Kunststoffbereich kommt, ist es gewohnt, eine Positivliste, spezifische Migrationsgrenzwerte und ein festes Prüfschema vorzufinden. Wer nach demselben Papier für einen Kupfertopf fragt, bekommt es nicht, weil es die zugrunde liegende Verordnung nicht gibt — nicht, weil ein Lieferant etwas verschweigt.

Als Gegenbeispiel innerhalb der Metall- und Mineralwelt lohnt der Blick auf Keramik: Dafür gibt es seit Langem eine eigene europäische Richtlinie mit Grenzwerten für die Freisetzung von Blei und Cadmium. Metalle haben kein Gegenstück dazu. Die Lücke wird auf zwei Wegen gefüllt: durch nationale Bewertungen der Mitgliedstaaten und durch den technischen Leitfaden des Europarats, der weiter unten beschrieben ist.

Praktisch heißt das für Sie als Einkäufer: Verlangen Sie kein Dokument, das es nicht gibt, sondern beschreiben Sie das Ziel. Wenn Ihre Kette einen Nachweis über die Freisetzung bestimmter Metalle braucht, ist der Weg ein Prüfbericht eines akkreditierten Labors auf Basis eines definierten Prüfverfahrens — und die Frage, wer diesen Bericht beauftragt und bezahlt, gehört an den Anfang der Verhandlung.

Deutschland: die BfR-Stellungnahme und das „LFGB-Zertifikat“

Deutschland regelt Bedarfsgegenstände über das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch. Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlicht dazu fachliche Stellungnahmen. Ein amtliches Zertifikat nach diesem Gesetz gibt es nicht: Was Anbieter vorlegen können, sind Prüfberichte akkreditierter Labore und eigene Konformitätserklärungen — beides etwas anderes als eine behördliche Zulassung.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in der Stellungnahme 038/2025 bei einem Teil geprüfter Erzeugnisse Überschreitungen gesundheitlicher Richtwerte festgestellt. Das ist der Grund, warum deutsche Einkäufer bei Kupfer genauer hinsehen als andere — und der Grund, warum wir hier nichts beschönigen.

Und nun der Punkt, an dem viele Anbieter unsauber werden: Ein amtliches „LFGB-Zertifikat“ existiert nicht. Das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch kennt keine Zertifizierungsstelle, die so etwas ausstellt. Was es gibt, sind Prüfberichte akkreditierter Labore und Konformitätserklärungen des Inverkehrbringers. Wenn ein Lieferant Ihnen ein „LFGB-Zertifikat“ zeigt, lesen Sie genau, was auf dem Papier wirklich steht.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt, unverzinntes Kupfer von sauren Speisen fernzuhalten. Unsere Kochgefäße sind innen verzinnt und stehen damit auf der richtigen Seite dieser Empfehlung — belegt ist das jedoch nicht, siehe unten.

Prüfbericht, Konformitätserklärung, Zertifikat — drei verschiedene Papiere

Ein Prüfbericht dokumentiert ein Messergebnis eines Labors. Eine Konformitätserklärung ist die schriftliche Zusicherung des Inverkehrbringers, dass eine Ware den geltenden Anforderungen entspricht. Ein Zertifikat stammt von einer benannten Stelle — und für Bedarfsgegenstände aus Metall gibt es diese Stelle nicht.

Der Prüfbericht ist das einzige Papier mit Messwerten. Er nennt das Prüflabor, das angewandte Verfahren, das Simulanzmittel, die Prüfbedingungen und das Ergebnis. Aussagekräftig ist er nur für die geprüfte Position und die geprüfte Ausführung: Ein Bericht über einen verzinnten Topf sagt nichts über einen unverzinnten Krug und nichts über eine andere Oberfläche. Achten Sie darauf, ob das Labor akkreditiert ist und wonach genau geprüft wurde.

Die Konformitätserklärung enthält keine Messwerte, sondern eine Zusicherung. Sie wird von dem Unternehmen ausgestellt, das die Ware unter eigenem Namen in Verkehr bringt — in einer Importkette ist das oft der Einführer und nicht der ausländische Lieferant. Wer diese Rolle in Ihrer Kette einnimmt, entscheidet, wer die Erklärung unterschreibt. Diese Frage klären Sie mit Ihrem Zollvertreter oder Ihrer Rechtsberatung, nicht mit uns.

Das Zertifikat schließlich setzt eine Stelle voraus, die zertifizieren darf. Bei Spielzeug, bei Druckgeräten oder bei Medizinprodukten gibt es solche Stellen. Für Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt aus Metall gibt es sie nicht, und deshalb ist jedes Papier, das sich so nennt, in Wahrheit etwas anderes: ein Prüfbericht, eine Eigenerklärung oder ein privates Siegel eines Prüfdienstleisters. Ein Blick auf den Briefkopf und auf den Prüfumfang klärt das in einer Minute.

Ergänzend gilt für die Herstellung von Bedarfsgegenständen die Verordnung (EG) Nr. 2023/2006 über gute Herstellungspraxis. Sie verlangt dokumentierte Abläufe und Qualitätssicherung; sie ist keine Produktprüfung und ersetzt keinen Prüfbericht.

Der Leitfaden des Europarats zu Metallen und Legierungen

Der Europarat gibt einen technischen Leitfaden zu Metallen und Legierungen in Lebensmittelkontaktmaterialien heraus. Er ist rechtlich nicht bindend, wird von Behörden und Laboren in Europa aber als fachliche Grundlage herangezogen und nennt Freisetzungsrichtwerte für einzelne Metalle sowie Prüfbedingungen.

Für Kupferware sind daran drei Gedanken wichtig. Erstens arbeitet der Leitfaden mit Freisetzungsrichtwerten je Metall, also mit der Frage, wie viel eines Metalls unter definierten Bedingungen in ein Prüflebensmittel übergeht. Die konkreten Werte stehen in der jeweils gültigen Ausgabe; wir schreiben hier bewusst keine Zahl hin, die morgen überholt oder falsch zitiert sein kann.

Zweitens behandelt der Leitfaden Beschichtungen und Auskleidungen ausdrücklich. Eine Zinnschicht auf der Innenseite eines Kochgefäßes ist genau das: eine funktionale Barriere, die bestimmt, welches Metall überhaupt mit der Speise in Kontakt kommt. Solange sie geschlossen ist, ist die Innenseite Zinn und nicht Kupfer — mit allem, was daraus folgt.

Drittens nennt er neben Kupfer auch Begleitmetalle. Das ist der Grund, warum bei Kupferware regelmäßig nach Zinn, Nickel und Blei gefragt wird, und warum Messinggriffe in Einkaufsgesprächen auftauchen. Griffe haben im bestimmungsgemäßen Gebrauch keinen Lebensmittelkontakt; wenn Ihr Markt trotzdem Angaben verlangt, ist das eine Prüffrage und keine Frage, die sich durch eine Zusicherung lösen lässt.

Der sensorische Test nach § 64 LFGB

Die Amtliche Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs beschreibt auch sensorische Prüfungen. Dabei bewertet ein geschultes Panel, ob ein Bedarfsgegenstand Geruch oder Geschmack auf ein Prüflebensmittel überträgt — die praktische Umsetzung der dritten Anforderung aus Artikel 3.

Der Ablauf ist unspektakulär und gerade deshalb aussagekräftig. Ein Prüflebensmittel oder ein neutrales Simulanzmittel wird unter festgelegten Bedingungen mit dem Gegenstand in Kontakt gebracht, anschließend verkosten mehrere geschulte Personen im Vergleich zu einer unbehandelten Probe. Bewertet wird auf einer Skala, und das Ergebnis ist ein Gruppenurteil, kein Einzeleindruck.

Für Metallware ist dieser Test relevanter, als viele erwarten. Ein metallischer Beigeschmack entsteht lange bevor irgendein Grenzwert erreicht ist, und er ist im Handel ein realer Reklamationsgrund. Bei einem Kochgefäß mit intakter Zinnschicht ist das Risiko gering; bei einer offenen Kupferinnenseite in Kontakt mit Saurem ist es hoch. Trinkgefäße sind ein eigener Fall: Ein Becher mit blanker Innenseite und ein Becher mit verzinnter Innenseite verhalten sich gegenüber Limettensaft völlig verschieden.

Wenn Ihr Abnehmer eine sensorische Prüfung verlangt, ist das ein normaler Vorgang und kein Misstrauensvotum. Sagen Sie es nur früh: Der Test braucht Proben, Zeit und ein Labor, und beides lässt sich nicht nachträglich in eine laufende Sendung einbauen.

Dekorative Stücke stehen außerhalb

Dekorationsware ist kein Bedarfsgegenstand mit Lebensmittelkontakt. Kerzenhalter, Vasen, Räuchergefäße, Übertöpfe und Wandteller sind nicht dazu bestimmt, mit Speisen in Berührung zu kommen; der beschriebene Rahmen gilt für sie nicht. Entscheidend ist, dass die Gruppe in der Anfrage eindeutig benannt wird.

Kerzenhalter, Vasen, Räuchergefäße, Übertöpfe und Wandteller sind keine Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt. Für sie gilt dieser Rahmen nicht. Wir kennzeichnen in der Anfrage, welche Gruppe gemeint ist, damit niemand ein Dekorationsstück als Kochgeschirr einkauft.

Die Zinnschicht im Alltag: erkennen, schonen, erneuern lassen

Eine intakte Zinnschicht ist matt und hell bis gräulich. Kupferfarbene Flecken auf der Innenseite zeigen an, dass die Schicht an dieser Stelle durch ist. Ab diesem Punkt gehört das Kochgefäß zum Neuverzinnen, bevor wieder Saures darin zubereitet wird.

Erkennen. Halten Sie die Innenseite ins Licht und suchen Sie nach Farbunterschieden. Zinn ist stumpf und silbrig, Kupfer rötlich. Kleine dunkle Verfärbungen sind normal und meist nur Anlauf; ein rötlicher Fleck an der Stelle, an der der Löffel immer aufsetzt, ist es nicht. Auch der Rand am Boden ist eine typische Verschleißzone.

Schonen. Kein Geschirrspüler — Maschinenreiniger greifen die Zinnschicht und die Außenfläche an, oft schon beim ersten Durchgang. Keine Metallschwämme und keine scharfkantigen Werkzeuge auf der Innenseite. Nicht leer erhitzen: Zinn schmilzt bei etwa 232 Grad Celsius, und ein leerer Topf auf voller Flamme erreicht das schneller, als man denkt. Saure Speisen nicht über Nacht im Kochgefäß stehen lassen, sondern umfüllen — das gilt für Zinn genauso wie für die meisten anderen Innenflächen.

Erneuern lassen. Neuverzinnen ist ein Handwerk, kein Ersatzteil. In der Türkei heißt es kalaylama und wird bis heute in Werkstätten ausgeführt; im deutschsprachigen Raum gibt es Verzinnereien und Metallwerkstätten, die den Dienst anbieten. Eine neu verzinnte Innenseite bringt das Stück in den Ausgangszustand zurück, weshalb ein gutes Kupferkochgefäß eine sehr lange Lebensdauer hat. Wie Sie Außenseite und Innenseite dazwischen pflegen, steht auf Kupfer richtig pflegen.

Was wir Ihnen geben können — und was nicht

BakırBul verfügt über keine Konformitätsbescheinigung für den Lebensmittelkontakt: kein Prüfbericht, kein Laborzertifikat, keine Erklärung für einen bestimmten Zielmarkt. Was wir belegen können, ist die Ausführung — welche Stücke innen verzinnt sind, in welcher Oberfläche gearbeitet wird und aus welcher Fertigung eine Position stammt.

Wir haben keine Konformitätsbescheinigung für den Lebensmittelkontakt. Kein Prüfbericht, kein Laborzertifikat, keine Erklärung für einen bestimmten Zielmarkt. Das ist unbequem zu schreiben und trotzdem richtig: Ein Papier zu behaupten, das wir nicht haben, würde beim ersten Nachfragen auffliegen.

Was wir sagen können: welche Stücke innen verzinnt sind, in welcher Ausführung gearbeitet wird und aus welcher Werkstatt eine Position stammt. Wenn Ihr Markt eine Prüfung verlangt, sagen Sie es vor der Bestellung — dann klären wir, ob sich ein Test organisieren lässt und wer ihn trägt. Nach der Verzollung ist diese Frage teuer.

Nach unserer Beobachtung legt in diesem Segment kaum ein Anbieter solche Unterlagen vor. Das entlastet uns nicht — es beschreibt nur, warum Sie danach gezielt fragen sollten, bei uns wie bei anderen.

Wenn Ihr Markt eine Prüfung verlangt: der Ablauf vor der Bestellung

Eine Prüfung wird vor der Bestellung geklärt, nicht danach. Nötig sind vier Angaben: welche Positionen betroffen sind, welches Prüfverfahren Ihr Abnehmer verlangt, welches Labor beauftragt werden soll und wer die Kosten trägt. Erst danach lässt sich ein belastbarer Termin nennen.

Der Ablauf sieht in der Praxis so aus. Erstens grenzen wir gemeinsam ein, welche Positionen wirklich betroffen sind — Kochgefäße mit Lebensmittelkontakt, Trinkgefäße, oder auch Servierware, die nur kurz mit Speisen in Berührung kommt. Dekorationsware fällt in aller Regel heraus. Zweitens nennen Sie das Prüfverfahren, das Ihr Abnehmer sehen will; eine Prüfung ohne definiertes Verfahren ist wertlos, weil sich das Ergebnis nicht einordnen lässt.

Drittens wird das Labor gewählt. Häufig ist ein Labor im Zielland die klügere Wahl, weil dessen Berichte dort ohne Rückfragen akzeptiert werden. Viertens klären wir die Kostenfrage offen. Eine Prüfung ist eine reale Ausgabe; bei einer ersten kleinen Sendung steht sie oft in keinem Verhältnis, bei einer laufenden Belieferung schon.

Und ein Hinweis, der aus Erfahrung kommt: Klären Sie parallel die Papierseite des Imports. Welche Dokumente eine Sendung aus der Türkei begleiten und wo die Verantwortung zwischen Verkäufer und Einführer verläuft, steht auf Kupfergeschirr aus der Türkei importieren. Wenn Sie eine Sonderausführung planen, ist außerdem Sonderanfertigung nach Ihrer Zeichnung der richtige Einstieg — dort gilt dieselbe Regel: Die Innenseite eines Kochgefäßes bleibt nicht unverzinnt.

Quellen und zuständige Stellen

Grundlage dieser Seite sind ausschließlich öffentlich zugängliche Quellen. Der europäische Rahmen steht im Volltext bei EUR-Lex, das deutsche Gesetz beim Bundesministerium der Justiz, der fachliche Leitfaden zu Metallen beim EDQM und die deutschen Risikobewertungen beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

Den Rahmen setzt die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen; der Volltext ist bei EUR-Lex abrufbar. Das deutsche Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch steht im Volltext bei gesetze-im-internet.de. Den technischen Leitfaden zu Metallen und Legierungen in Lebensmittelkontaktmaterialien gibt das EDQM des Europarats heraus. Stellungnahmen zur Bewertung von Kupfer in Bedarfsgegenständen veröffentlicht das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Für die Anwendung im Einzelfall gilt: Diese Seite ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Welche Pflichten Sie in Ihrer Rolle als Einführer oder Inverkehrbringer treffen, klären Sie mit Ihrem Zollvertreter oder Ihrer Rechtsberatung im Zielland.

Großhandelsanfrage (DE)

Fragen zu Lebensmittelkontakt und Sicherheit

Ist Kupfergeschirr giftig?

Ein innen verzinntes Kochgefäß bringt die Speise nicht mit dem Kupfer in Berührung. Kritisch wird es bei unbeschichteten Innenflächen in Verbindung mit sauren Speisen und bei abgetragener Zinnschicht. Wer den Zustand der Innenseite im Blick behält und rechtzeitig neu verzinnen lässt, ist auf der sicheren Seite.

Brauche ich eine Konformitätserklärung für den Import in die EU?

Für Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt verlangt der Rahmen eine Konformitätserklärung des Inverkehrbringers. Wer diese Rolle in Ihrer Lieferkette einnimmt, hängt davon ab, unter wessen Namen die Ware in den Markt geht — das sollten Sie mit Ihrem Zollvertreter klären, nicht mit uns.

Gibt es ein LFGB-Zertifikat?

Nein, eine amtliche LFGB-Zertifizierung gibt es nicht. Es gibt Prüfberichte akkreditierter Labore und Konformitätserklärungen. Uns liegt beides nicht vor.

Bringen die Messinggriffe eine Bleifrage mit?

Griffe haben im bestimmungsgemäßen Gebrauch keinen Lebensmittelkontakt. Wenn Ihr Markt dazu dennoch Angaben verlangt, fragen Sie früh — auch hier gilt: Wir haben keine Prüfunterlagen dazu.

Braucht Kupfergeschirr eine CE-Kennzeichnung?

Nein. Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt tragen keine CE-Kennzeichnung; sie fällt in andere Produktbereiche.

Kann man Kupfergeschirr auf einem Induktionsherd verwenden?

Nein. Kupfer ist nicht ferromagnetisch und funktioniert auf Induktion nicht. Es geht ausschließlich mit einer Adapterplatte, und die kostet einen Teil des Vorteils, für den man Kupfer überhaupt kauft — die schnelle, gleichmäßige Wärmeverteilung.

Woran erkenne ich, dass die Zinnschicht erneuert werden muss?

An der Farbe. Zinn ist stumpf und silbrig, Kupfer rötlich. Zeigen sich rötliche Flecken auf der Innenseite, ist die Schicht dort durch. Bis zum Neuverzinnen sollten in dem Stück keine sauren Speisen mehr zubereitet werden.

Darf ich Marmelade in einem Kupfertopf einkochen?

Der klassische Marmeladenkessel ist unverzinntes Kupfer, unsere Kochgefäße sind innen verzinnt — sie sind also kein Ersatz dafür. Ob blankes Kupfer für Zuckerkochen unbedenklich ist, bewerten wir nicht; dazu liegt uns kein belastbarer Nachweis vor.

Gilt der Rahmen auch für Trinkbecher?

Ja. Ein Becher ist ein Bedarfsgegenstand mit Lebensmittelkontakt. Bei sauren Getränken ist die Innenseite entscheidend: Limettensaft in einem Becher mit blanker Kupferinnenseite ist etwas anderes als derselbe Drink in einem innen verzinnten Becher.

Können Sie eine Prüfung für meinen Markt organisieren?

Wir können es versuchen, wenn Sie es vor der Bestellung ansprechen. Nötig sind das verlangte Prüfverfahren, die betroffenen Positionen und eine Einigung darüber, wer die Kosten trägt. Zusagen machen wir dazu erst, wenn diese drei Punkte geklärt sind.

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2026