Kasserolle, Sauteuse und Bräter aus Kupfer: welche Form wofür

Wer Kupferkochgeschirr nicht nach dem Material, sondern nach der Form sucht, hat meistens schon ein Gericht im Kopf: eine Sauce, die nicht ansetzen darf, ein Schmorgericht für zwanzig Gäste, Reis, der gleichmäßig garen soll, oder Gemüse, das in derselben Form auf den Tisch kommt. Die deutschen Bezeichnungen dafür — Kasserolle, Sauteuse, Stielkasserolle, Bräter — werden im Handel allerdings recht frei verwendet. Diese Seite ordnet die vier Formen, sagt, welche davon wir in türkischem Kupfer führen und welche nicht, und hilft bei Durchmesser, Deckel und Herdart.

BakırBul produziert handgefertigtes Kupferkochgeschirr in Kahramanmaraş, Türkei, in einer langfristigen Produktionspartnerschaft: Wir legen das Stück fest, die Partnerwerkstatt fertigt es nach dieser Vorgabe, und wir liefern es unter unserem Namen an Händler, Gastronomie und Einkäufer im deutschsprachigen Raum. Grundsätzliches zu Wärmeleitung, Blechstärke und Pflege steht auf der Seite Kupfergeschirr aus der Türkei; hier geht es ausschließlich um die Form.

Kasserolle, Sauteuse, Stielkasserolle und Bräter unterscheiden sich vor allem durch Höhe, Griffart und Grundriss. Die Kasserolle mit zwei Griffen schmort und kocht größere Mengen, die flache Sauteuse reduziert und serviert, die Stielkasserolle übernimmt Saucen und kleine Mengen. Einen ovalen Bräter aus Kupfer führen wir nicht; diese Form ist nicht im Sortiment.

Vier Formen im Überblick

Vier Kochformen aus Kupfer werden im deutschen Handel unter eigenen Namen geführt: die Kasserolle mit zwei Griffen, die flache Sauteuse mit Deckel, die Stielkasserolle mit langem Stiel und der ovale Bräter. Drei davon führen wir in türkischem Kupfer, jeweils innen verzinnt und mit Deckel; den ovalen Bräter führen wir nicht.

Die Tabelle fasst zusammen, was die Formen unterscheidet. Die Durchmesser stammen aus den Datenblättern der Stücke, die wir aktuell führen, und beschreiben die Spanne vom kleinsten bis zum größten Maß. Wie viele Größen es innerhalb dieser Spanne gibt und welche gerade vorrätig sind, bestätigen wir im Angebot — die Tabelle ist eine Orientierung über die Form, kein Lagerbericht.

FormTypische VerwendungDeckelDurchmesser (cm)Im Sortiment?
Kasserolle mit zwei Griffen (flach, hoch oder bauchig als Schmortopf)Schmorgerichte, Eintopf, Reis, Gemüse, größere Mengenja12 bis 36ja
Sauteuse mit Deckel (flach, zwei kurze Seitengriffe)Anschwitzen, Reduzieren, Pfannengerichte mit Sauce, Servieren aus der Formja18 bis 27ja
Stielkasserolle (ein langer Stiel)Saucen, Milch, Reis, kleine Mengen, Aufwärmenja16 bis 36ja
Ovaler BräterGeflügel, Braten am Stück, Fisch im Ganzen——nein — nicht im Sortiment; als Sonderanfertigung anfragen

Die letzte Zeile ist bewusst ausgefüllt und nicht leer gelassen. Wer einen ovalen Bräter sucht, soll das an dieser Stelle lesen und nicht erst nach einer Anfrage erfahren. Ob sich eine solche Form als Sonderanfertigung umsetzen lässt, ist eine offene Frage, die wir für den konkreten Fall prüfen; eine Zusage ist der Hinweis in der Tabelle nicht.

Zwei Dinge sollte man beim Lesen der Tabelle im Kopf behalten. Erstens sind die Grenzen zwischen den Formen fließend: Eine hohe Kasserolle mit zwei Griffen und ein Kochtopf sind in vielen Küchen dasselbe Gefäß. Zweitens sagt der Durchmesser allein wenig über das Fassungsvermögen, weil die Höhe je nach Form stark schwankt. Beides wird in den folgenden Abschnitten erklärt.

Die Kasserolle mit zwei Griffen

Die Kasserolle mit zwei Griffen ist die Arbeitsform für Schmorgerichte, Eintopf, Reis und größere Mengen. Wir führen sie in drei Ausprägungen: flach mit niedrigem Rand, hoch mit gerader Wand und bauchig als kleiner Schmortopf. Alle drei sind innen verzinnt, haben einen Deckel und werden an beiden Seiten gegriffen.

Die flache Ausprägung hat einen Rand von etwa sieben bis acht Zentimetern. Sie liegt mit viel Fläche auf der Flamme, verdunstet schnell und eignet sich für Gerichte, bei denen Gargut nebeneinander liegen soll: geschmorte Auberginen, Fleischstücke in Sauce, Gemüse, das gleichmäßig Farbe nehmen soll. In der Türkei heißt diese Form nach einem bekannten Auberginengericht. Weil sie flach ist, kommt sie auch gern direkt auf den Tisch.

Die hohe Ausprägung hat eine gerade Wand von ungefähr achteinhalb bis dreizehn Zentimetern. Sie ist die Form für Brühe, Eintopf, Hülsenfrüchte und Reis in größeren Mengen. Je höher die Wand, desto langsamer verdunstet Flüssigkeit — was beim langen Köcheln gewollt ist und beim Reduzieren stört.

Die bauchige Ausprägung ist der kleine Schmortopf mit gewölbtem Körper und engerem Rand. Im türkischen Sortiment heißt er Güveç. Er hält Feuchtigkeit im Gargut, ist auch in sehr kleinen Durchmessern zu haben und wird in der Gastronomie oft als Portionsgefäß genutzt, in dem gegart und serviert wird.

Gemeinsam ist allen drei Ausprägungen der Griff an beiden Seiten. Er verteilt das Gewicht auf zwei Hände, und genau das macht diese Form bei großen Durchmessern zur sicheren Wahl: Ein voller Topf mit dreißig Zentimetern Durchmesser wiegt mit Inhalt schnell mehrere Kilogramm.

Die Sauteuse mit Deckel

Die Sauteuse ist eine flache Kochform mit niedrigem Rand, in der angeschwitzt, reduziert und geschwenkt wird. Unsere Kupfer-Sauteuse hat einen Deckel und zwei kurze Seitengriffe statt eines Stiels. Sie verbindet Pfanne und Servierform in einem Stück und wird bis zu einem mittleren Durchmesser geführt, nicht in Großküchenmaßen.

In der klassischen französischen Küche ist die Sauteuse eine Pfanne mit leicht schräger Wand und einem Stiel; man schwenkt sie mit einer Hand. Unsere Ausführung weicht davon ab, und das sagen wir offen: Sie hat zwei kurze Seitengriffe und einen Deckel. Damit ist sie weniger zum Schwenken gedacht als zum Garen mit wenig Flüssigkeit und zum Servieren in derselben Form.

Im türkischen Sortiment heißt sie wörtlich „Pfanne mit Deckel“. Praktisch sitzt sie zwischen Pfanne und flacher Kasserolle. Gegenüber der Pfanne gewinnt sie durch den Deckel: Gemüse kann zuerst Farbe nehmen und dann zugedeckt fertig garen, ohne umgefüllt zu werden. Gegenüber der flachen Kasserolle ist sie leichter und reagiert schneller auf die Flamme, weil das Blech dünner ist.

Wer eine Sauteuse mit Stiel im klassischen Sinn sucht, findet die nächstliegende Form in der Stielkasserolle im folgenden Abschnitt. Sie ist höher, hat aber den einen langen Stiel, an dem man das Gefäß über der Flamme bewegt.

Die Stielkasserolle

Die Stielkasserolle ist ein Kochtopf mit einem einzigen langen Stiel und Deckel, gedacht für Saucen, Milch, Reis und kleinere Mengen, die man bewegt und ausgießt. Wir führen sie in türkischem Kupfer, innen verzinnt, mit metallenem Stiel. Bei großen Durchmessern raten wir im Betrieb trotzdem zur Form mit zwei Griffen.

Der lange Stiel ist der ganze Sinn dieser Form. Man hält das Gefäß mit einer Hand, zieht es von der Flamme, wenn eine Sauce zu schnell eindickt, und gießt aus, ohne einen zweiten Griff zu suchen. Für Béchamel, Karamell, Milchreis, Vanillesauce und alles, was ständiges Rühren und schnelles Reagieren verlangt, ist das die angenehmste Form — und genau hier spielt Kupfer seine Stärke aus, weil der Boden die Hitze sofort weitergibt und ebenso schnell wieder abgibt.

Im türkischen Sortiment heißt diese Form „Topf mit einem Griff“. Der Stiel ist aus Metall und am Korpus angelötet. Wir führen die Stielkasserolle in zwei Serien mit unterschiedlicher Wandform; die Spanne der Durchmesser steht in der Tabelle oben.

Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu: Ein langer Stiel trägt ein volles Gefäß nur bis zu einem gewissen Gewicht bequem. Ab etwa achtundzwanzig bis dreißig Zentimetern Durchmesser wird eine gefüllte Stielkasserolle mit einer Hand unhandlich, auch wenn der Stiel das Gewicht aushält. Für große Mengen im Gastrobetrieb ist deshalb die Kasserolle mit zwei Griffen die bessere Wahl; die großen Stielkasserollen eignen sich eher für Pfannengerichte, die mit wenig Füllhöhe gegart werden.

Der ovale Bräter: nicht im Sortiment

Ein ovaler Bräter aus Kupfer ist bei BakırBul nicht im Sortiment. Die Form passt sich ganzen Braten, Geflügel und Fisch an, ist aber nicht Teil des türkischen Kupferkochgeschirrs, das wir führen. Wer ihn braucht, kann eine Sonderanfertigung anfragen; ob und wie sie umsetzbar ist, klären wir für den konkreten Fall.

Der Bräter ist im deutschsprachigen Raum eine sehr vertraute Form, und gerade deshalb schreiben wir es ausdrücklich hin: Ein ovales Kupfergefäß für Gans, Ente, Schweinebraten oder ganzen Fisch führen wir nicht. Unsere Kochformen sind rund. Das hat mit der Tradition zu tun, aus der sie kommen — in der türkischen Küche wird Fleisch eher in Stücken geschmort als am Stück gebraten, und dafür braucht es keinen ovalen Grundriss.

Was als Ersatz infrage kommt, hängt vom Gericht ab. Für Fleisch in Stücken, Rouladen oder Gulasch ist eine große, flache Kasserolle mit zwei Griffen gut geeignet; sie hat viel Bodenfläche und einen Deckel. Für einen ganzen Braten oder ein ganzes Geflügel ist sie es nur, wenn das Stück in den runden Grundriss passt. Für einen ganzen Fisch passt keine unserer runden Formen wirklich.

Eine Form, die wir nicht führen, kann man als Sonderanfertigung anfragen. Das ist ausdrücklich eine Frage und keine Zusage: Eine neue Form braucht ein eigenes Werkzeug, eine Zeichnung und eine Mustervorlage, und ob sich das bei Ihrer Menge trägt, lässt sich erst nach einem Blick auf Maße und Stückzahl sagen.

Welche Form für welches Gericht

Das Gericht entscheidet, welche Kupferform passt. Saucen, Milch und Karamell gehören in die Stielkasserolle, Schmorgerichte und Eintopf in die Kasserolle mit zwei Griffen, Reis je nach Menge in eine der beiden, angeschwitztes Gemüse und Pfannengerichte mit Sauce in die Sauteuse. Ein ganzer Braten braucht einen Bräter, den wir nicht führen.

  • Saucen und Reduktionen: Stielkasserolle. Der Stiel erlaubt es, das Gefäß in Sekunden von der Flamme zu nehmen; die schnelle Reaktion des Kupferbodens verhindert, dass eine Sauce am Rand anbrennt, während sie in der Mitte noch kalt ist.
  • Schmorgerichte: Kasserolle mit zwei Griffen, flach oder bauchig. Der Deckel hält Feuchtigkeit im Gargut, und die Griffe tragen das Gewicht auch dann, wenn das Gericht lange auf kleiner Flamme steht und anschließend getragen wird.
  • Reis und Pilaw: für kleine Mengen die Stielkasserolle, für größere die hohe Kasserolle. Wichtig ist ein dicht schließender Deckel, weil Reis im eigenen Dampf fertig gart.
  • Eintopf, Brühe, Hülsenfrüchte: hohe Kasserolle mit zwei Griffen. Die hohe Wand bremst das Verdunsten über lange Garzeiten.
  • Gemüse und Pfannengerichte mit Sauce: Sauteuse mit Deckel. Erst offen anbraten, dann zugedeckt fertig garen und in derselben Form servieren.
  • Milchspeisen und Pudding: Stielkasserolle bei mittlerer Hitze. Milch brennt am schnellsten an, und Kupfer gibt die Hitze gleichmäßiger über den Boden weiter als dünner Edelstahl.
  • Portionsgerichte für den Service: der kleine bauchige Schmortopf, in dem gegart und serviert wird.

Die Zuordnung ist eine Faustregel, kein Gesetz. Viele Küchen kochen Reis in der flachen Kasserolle und Saucen in einer kleinen Kasserolle mit zwei Griffen, und beides funktioniert. Entscheidend ist, ob das Gefäß zur Menge, zur Garzeit und zur Art passt, wie es bewegt wird.

Mit oder ohne Deckel

Ein Deckel lohnt sich bei jeder Kupferform, die schmort, dämpft oder Reis gart, weil er Feuchtigkeit und Wärme im Gefäß hält. Beim Reduzieren, Anbraten und Karamellisieren bleibt er dagegen liegen. Alle drei Formen, die wir führen, werden mit passendem Deckel geliefert; ein Deckel kann auch einzeln angefragt werden.

Der Deckel entscheidet bei Schmorgerichten über die Garzeit. Liegt er sauber auf, kondensiert der Dampf an der Unterseite und tropft zurück ins Gargut; das Gericht bleibt saftig und braucht weniger Flüssigkeit. Klafft er auf einer Seite, entweicht der Dampf einseitig, und der Inhalt trocknet an dieser Stelle schneller aus.

Ohne Deckel arbeitet man immer dann, wenn Flüssigkeit verschwinden soll: beim Einkochen einer Sauce, beim Anbraten, beim Ablöschen und beim Karamellisieren. Wer die Sauteuse für beides nutzt, lässt den Deckel in der ersten Phase weg und legt ihn erst auf, wenn das Gargut Farbe hat.

Bei handgetriebenem Kupfer ist eine minimale Unrundheit zwischen Deckel und Rand normal. Ein sichtbarer Spalt ist es nicht. Wenn Sie einen Ersatzdeckel für ein vorhandenes Stück brauchen, nennen Sie uns den Innendurchmesser am Rand und die Form; dann prüfen wir den Sitz gegen diese Angabe, bevor etwas verschickt wird.

Durchmesser, Höhe und Portionen

Der Durchmesser einer Kasserolle sagt allein wenig über die Portionen, weil die Höhe je nach Form stark schwankt. In unserem Sortiment fasst eine flache Kasserolle mit 26 Zentimetern rund dreieinhalb Liter, eine hohe mit demselben Durchmesser rund sechseinhalb. Planen Sie über das Fassungsvermögen und nehmen Sie den Durchmesser als Bodenfläche.

Als grobe Faustregel für fertige Schmorgerichte und Eintöpfe rechnen viele Küchen mit drei- bis vierhundert Millilitern pro Person. Bei Beilagen wie Reis ist es weniger, bei einem Hauptgericht im Eintopf eher mehr. Das ergibt eine einfache Rechnung: Wer für zehn Personen schmort, braucht ein Gefäß mit mindestens vier Litern nutzbarem Volumen — und nutzbar heißt, dass der Topf nicht bis zum Rand gefüllt wird.

Der Durchmesser zählt trotzdem, nur aus einem anderen Grund: Von ihm hängt ab, wie groß die beheizte Bodenfläche ist und wie viel Gargut nebeneinander Platz findet. Für Fleisch, das anbraten soll, ist Bodenfläche wichtiger als Höhe. Für Brühe ist es umgekehrt. Achten Sie außerdem darauf, dass der Boden zur Größe des Brenners passt; schlägt die Flamme über den Rand hinaus, heizt sie die Wand und die Griffe statt des Inhalts.

Die Höhenangaben unserer Formen liegen grob so: flache Kasserolle sieben bis acht Zentimeter, Stielkasserolle meist um zehn Zentimeter, hohe Kasserolle zwischen achteinhalb und dreizehn Zentimetern. Die genauen Maße stehen im Datenblatt jedes Stücks, und wir schicken sie mit dem Angebot. Im Zweifel nennen Sie uns Personenzahl und Gericht — daraus ergibt sich die passende Größe verlässlicher als aus einer einzelnen Zahl.

Blechstärke je Form

Blechstärke unterscheidet sich bei unseren Kupferformen deutlich: Die kleinen bauchigen Schmortöpfe haben überwiegend leichtes Blech um einen halben Millimeter, die Sauteuse liegt etwas darüber, die Stielkasserolle überwiegend bei 0,8 Millimetern und die Kasserolle mit zwei Griffen zwischen 0,7 und einem Millimeter. Die genaue Stärke steht im Datenblatt.

Was die Blechstärke grundsätzlich bedeutet, steht auf der Seite Kupfergeschirr. Für die Formen auf dieser Seite heißt das konkret: Die leichten Schmortöpfe reagieren schnell und sind angenehm zu tragen, was sie als Portionsgefäß im Service attraktiv macht. Für langes, gleichmäßiges Schmoren großer Mengen ist dagegen die schwerere Kasserolle mit zwei Griffen gedacht, deren Boden Wärme besser hält, wenn kaltes Gargut hineinkommt.

Die Stielkasserolle sitzt dazwischen. Ihr Blech ist kräftig genug, damit der Boden sich nicht verzieht, und leicht genug, damit das Gefäß am Stiel bewegt werden kann. Das ist kein Zufall, sondern die Logik der Form: Ein Gefäß, das man mit einer Hand führt, darf nicht beliebig schwer werden.

Die Stärke ist die des Ausgangsblechs vor dem Treiben. An den Rundungen wird das Material dabei etwas dünner, in der Bodenmitte bleibt es am stärksten. Wenn Sie für einen bestimmten Einsatz eine bestimmte Stärke brauchen, schreiben Sie das in die Anfrage; ob eine abweichende Stärke möglich ist, klären wir für die konkrete Form.

Induktion: keine dieser Formen funktioniert darauf

Eine Kupfer-Kasserolle funktioniert auf Induktion nicht, und das gilt ebenso für Sauteuse und Stielkasserolle. Kupfer ist nicht ferromagnetisch, das Induktionsfeld erkennt das Gefäß nicht. Als Ausweg bleibt allein eine Adapterplatte aus Stahl, und sie kostet einen Teil der Reaktionsschnelle. Auf Gas, Elektro, Ceran und Halogen funktionieren sie; auf Glaskeramik zählt ein möglichst ebener Boden.

Diese Frage kommt bei Kasserollen besonders oft, weil viele deutsche Küchen ausschließlich auf Induktion kochen. Die Antwort ist für alle Formen dieselbe und hängt nicht am Durchmesser, an der Blechstärke oder an der Griffart: Ein Kochfeld dieser Art braucht einen magnetisierbaren Boden, und Kupfer hat keinen. Ein Induktionsboden ist bei unseren Stücken nicht eingearbeitet.

Eine Adapterplatte aus Stahl liegt als Zwischenschicht auf dem Feld, wird heiß und gibt die Wärme an das Kupfer weiter. Das funktioniert, aber langsamer, und es hebt gerade den Vorteil auf, wegen dem man eine Kupfer-Stielkasserolle für Saucen kauft — die sofortige Reaktion auf jede Änderung der Hitze. Die Physik dahinter, den Magnettest und die Auswahl einer Platte beschreibt die Seite Kupfer und Induktion.

Wenn Ihre Küche komplett auf Induktion läuft, sagen Sie es uns vor dem Angebot und nicht danach. Dann schlagen wir eher Servierstücke vor, die nicht auf den Herd müssen, oder reden offen darüber, ob Kupferkochgeschirr für Ihren Betrieb überhaupt sinnvoll ist.

Warum die Formen innen verzinnt sind

Kupferkochgeschirr ist innen verzinnt, damit das Gargut auf Zinn liegt und nicht direkt auf Kupfer. Unverzinntes Kupfer reagiert mit Säure und Salz und kann dabei Kupfer an das Essen abgeben. Zinn ist weniger reaktiv, schmilzt aber bei knapp 232 Grad Celsius — deshalb wird eine Kupfer-Kasserolle nie leer auf hoher Flamme erhitzt.

Bei einer Stielkasserolle für Saucen oder einer Kasserolle für Schmorgerichte mit Tomate und Wein ist die verzinnte Innenseite keine Nebensache, sondern die Voraussetzung. Der Schmelzpunkt von Zinn liegt laut der Stoffdatenbank PubChem der US-amerikanischen National Institutes of Health bei 231,93 Grad Celsius. Solange Flüssigkeit oder Fett im Gefäß stehen, bleibt der Boden deutlich unter diesem Wert. Gefährlich ist nur das leere Vorheizen, bei dem der Boden ohne Inhalt weit über diese Grenze steigen kann.

Für Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, setzt in der EU die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 den Rahmen. Speziell zu Metallen und Legierungen hat der Europarat einen technischen Leitfaden erarbeitet, den die EDQM veröffentlicht. Was wir zu diesen Regeln belegen können und was nicht, steht auf der Seite Lebensmittelkontakt.

Die Zinnschicht nutzt sich mit dem Gebrauch ab und wird dann erneuert, statt das Stück zu ersetzen. Woran man den Zeitpunkt erkennt, wie man die Innenseite im Alltag schont und wie das Nachverzinnen abläuft, steht unter Kupfer reinigen und pflegen.

Zwei Griffe oder Stiel: was im Gastrobetrieb zählt

Zwei Griffe oder ein Stiel ist im Gastrobetrieb vor allem eine Frage von Gewicht, Stapeln und Laufwegen. Zwei Griffe tragen volle, große Kasserollen sicher und brauchen im Regal wenig Platz. Ein Stiel ist schneller am Herd, aber sperrig in der Spüle und im Regal. Viele Küchen kombinieren deshalb beide Formen.

Am Pass zählt jede Sekunde, und dort hat der Stiel Vorteile: Eine Sauce wird mit einer Hand vom Feuer genommen, abgeschmeckt und angerichtet, ohne einen Topflappen für den zweiten Griff zu suchen. Für Saucenposten und À-la-carte-Betrieb ist die Stielkasserolle deshalb die naheliegende Form.

In der Vorbereitung und in der Bankettküche dreht sich das Bild. Große Mengen werden getragen, umgefüllt und warmgehalten, und eine Kasserolle mit zwei Griffen lässt sich von zwei Händen sicher bewegen. Sie stapelt sich außerdem kompakter, weil kein Stiel über den Rand ragt, und passt leichter in Wärmeschränke und Spülkörbe.

Für den Service, in dem aus der Form serviert wird, sind die kurzen Seitengriffe der Sauteuse und des kleinen Schmortopfs ein Vorteil: Sie stehen auf dem Tisch nicht im Weg. Was Kupfer im Betriebsalltag sonst bedeutet — Handwäsche, Standzeit der Zinnschicht, Nachbestellung — beschreibt die Seite Kupfer für Gastronomie und Hotellerie.

Türkische Bezeichnungen und ihre deutschen Entsprechungen

Türkisches Kupferkochgeschirr trägt Namen, die nicht eins zu eins ins Deutsche passen. Tencere entspricht der Kasserolle mit zwei Griffen, Güveç dem kleinen bauchigen Schmortopf, die Tencere mit einem Griff der Stielkasserolle und die Tava mit Deckel der Sauteuse. Einen türkischen Namen für einen ovalen Bräter gibt es in unserem Sortiment nicht.

Die Zuordnung ist wichtig, wenn Sie Datenblätter, Lieferscheine oder Etiketten aus der Türkei lesen. Dort stehen oft die türkischen Namen, ergänzt um eine Seriennummer und den Durchmesser. Eine „Tencere“ ist im Türkischen schlicht ein Kochtopf, und erst der Zusatz verrät, ob er zwei Griffe oder einen Stiel hat.

  • Tencere — Kochtopf mit zwei Griffen und Deckel; im Deutschen Kasserolle oder Kochtopf, je nach Höhe.
  • Tencere mit einem Griff — Kochtopf mit langem Stiel und Deckel; im Deutschen Stielkasserolle.
  • Güveç — bauchiges Schmorgefäß mit zwei Griffen und Deckel; im Deutschen Schmortopf oder kleine Kasserolle.
  • Tava mit Deckel — flache Kochform mit zwei kurzen Seitengriffen; im Deutschen am ehesten Sauteuse oder Schmorpfanne.
  • Tava ohne Deckel — die Bratpfanne; sie ist nicht Thema dieser Seite.

Wenn Sie in Ihrer Anfrage die deutsche Bezeichnung verwenden, ordnen wir sie zu und schicken das Datenblatt mit Foto. Bei Zweifeln hilft ein Bild oder eine Skizze der gewünschten Form mehr als jeder Name.

Eine Form, die im Sortiment fehlt

Eine fehlende Kupferform wie den ovalen Bräter kann man als Sonderanfertigung anfragen. Dafür braucht es eine Zeichnung oder ein Referenzstück, die gewünschten Maße und eine ungefähre Stückzahl. Ob sich die Form umsetzen lässt, was sie kostet und wie lange es dauert, klären wir für den konkreten Fall, bevor irgendetwas zugesagt wird.

Eine neue Form ist mehr als eine neue Größe einer vorhandenen. Sie braucht ein eigenes Werkzeug, in dem das Blech getrieben wird, und mindestens ein Muster, das Sie prüfen, bevor eine Serie beginnt. Der Ablauf, die Unterlagen und die Fragen, die vorher geklärt werden müssen, stehen auf der Seite Sonderanfertigung nach Ihrer Zeichnung.

Zwei Grenzen gelten in jedem Fall. Ein Kochgefäß verlässt die Fertigung nicht ohne Zinn auf der Innenseite, auch auf Wunsch nicht. Und eine Form, die erkennbar der geschützte Entwurf eines anderen Herstellers ist, bauen wir nicht nach.

Oft lässt sich ein Bedarf auch ohne neue Form lösen. Eine flache Kasserolle mit großem Durchmesser deckt viele Aufgaben eines Bräters ab, und eine abweichende Höhe oder ein anderer Griff an einer vorhandenen Form ist meist einfacher als ein neuer Grundriss. Schreiben Sie uns, wofür Sie die Form brauchen; dann sagen wir Ihnen, welcher Weg der kürzere ist.

Was in eine Anfrage für Kasserollen gehört

Eine Anfrage für Kupfer-Kasserollen braucht vier Angaben: die Form, den Durchmesser oder das Fassungsvermögen, die ungefähre Stückzahl je Größe und das Lieferland. Hilfreich sind außerdem die Herdart, die Frage nach Deckeln und ein Hinweis, ob die Stücke im Service eingesetzt werden. Eine feste Mindestmenge veröffentlichen wir nicht.

  • Form: Kasserolle mit zwei Griffen, Sauteuse mit Deckel oder Stielkasserolle — im Zweifel mit Foto oder Skizze.
  • Größe: Durchmesser oder gewünschtes Fassungsvermögen, gern auch die Personenzahl, für die gekocht wird.
  • Menge: ungefähre Stückzahl je Form und Größe; eine Spanne reicht für den ersten Schritt.
  • Herdart: Gas, Elektro, Ceran oder Induktion — bei Induktion sagen wir Ihnen ehrlich, dass Kupfer dort nicht ohne Adapterplatte funktioniert.
  • Einsatz: Küche, Service oder Weiterverkauf im Handel; davon hängen Blechstärke, Oberfläche und Verpackung ab.
  • Lieferland und Termin: damit wir Versand und Unterlagen richtig planen.

Eine pauschale Mindestmenge gibt es nicht, weil die Schwelle je nach Form und Größe anders liegt. Mit Ihrer Liste in der Hand können wir dagegen konkret antworten, welche Positionen sich wie umsetzen lassen. Wie eine Großhandelsanfrage im Ganzen abläuft, steht unter Großhandel und Export.

Quellen und Datengrundlage

Datengrundlage dieser Seite sind die Datenblätter der Kupferformen, die wir führen, für Durchmesser, Höhe, Fassungsvermögen und Blechstärke. Den Schmelzpunkt von Zinn nennt die Stoffdatenbank PubChem, den Rechtsrahmen für Lebensmittelkontakt die EU-Verordnung 1935/2004, den Leitfaden für Metalle die EDQM des Europarats.

Die Maße in der Tabelle und in den Abschnitten zu Höhe und Blechstärke sind Spannen über die Stücke, die wir aktuell führen. Sie ändern sich, wenn Größen hinzukommen oder entfallen, und sie ersetzen nicht das Datenblatt des einzelnen Stücks. Das schicken wir mit jedem Angebot. Die Faustregel zu Portionen ist eine Küchenpraxis, keine Messung, und wird hier ausdrücklich so genannt.

Die physikalischen Angaben zu Induktion und Magnetismus sind Lehrbuchwissen; die ausführliche Herleitung mit Magnettest steht auf der Seite zu Induktion. Die rechtlichen Angaben beschreiben den Rahmen, nicht eine Zulassung: Ein amtliches Zertifikat, das einen Kupfertopf pauschal freigibt, gibt es nicht, und wir behaupten auch nicht, eines zu besitzen.

Häufige Fragen zu Kasserolle, Sauteuse und Bräter

Was ist der Unterschied zwischen Kasserolle, Sauteuse, Stielkasserolle und Bräter?

Die Kasserolle ist ein Kochtopf mit zwei Griffen und Deckel, flach oder hoch. Die Sauteuse ist flacher und dient zum Anschwitzen, Reduzieren und Servieren. Die Stielkasserolle hat einen einzigen langen Stiel und eignet sich für Saucen und kleine Mengen. Der Bräter ist oval und für Braten am Stück gedacht; ihn führen wir nicht.

Welche Form eignet sich für Saucen, Schmorgerichte, Reis oder Eintopf?

Saucen gehören in die Stielkasserolle, weil man sie mit einer Hand schnell von der Flamme nimmt. Schmorgerichte und Eintopf passen in die Kasserolle mit zwei Griffen und Deckel. Reis gelingt in kleinen Mengen in der Stielkasserolle, in großen Mengen in der hohen Kasserolle, jeweils mit dicht schließendem Deckel.

Mit oder ohne Deckel — wann braucht man ihn?

Der Deckel wird gebraucht, wenn geschmort, gedämpft oder Reis gegart wird, denn er hält Dampf und Wärme im Gefäß. Beim Reduzieren, Anbraten und Karamellisieren bleibt er weg. Alle Formen, die wir führen, kommen mit passendem Deckel, und ein Ersatzdeckel lässt sich nach Innendurchmesser anfragen.

Welcher Durchmesser für wie viele Portionen?

Rechnen Sie über das Fassungsvermögen, nicht über den Durchmesser: Für fertige Schmorgerichte gelten in vielen Küchen drei- bis vierhundert Milliliter pro Person als Richtwert. Eine flache und eine hohe Kasserolle mit gleichem Durchmesser fassen sehr unterschiedlich viel. Schreiben Sie uns Personenzahl und Gericht, dann nennen wir die passende Größe.

Funktioniert eine Kupfer-Kasserolle auf Induktion?

Nein. Ein Induktionsfeld braucht einen magnetisierbaren Boden; Kupfer ist das nicht, also bleibt eine Kupfer-Kasserolle darauf kalt. Das gilt genauso für Sauteuse und Stielkasserolle. Möglich ist nur eine Adapterplatte aus Stahl als Zwischenschicht, die langsamer reagiert. Auf Gas, Elektro, Ceran und Halogen funktionieren sie; auf Glaskeramik zählt ein möglichst ebener Boden.

Warum sind die Formen innen verzinnt?

Die Innenseite ist verzinnt, damit das Essen auf Zinn liegt und nicht direkt auf Kupfer, das mit Säure und Salz reagiert. Zinn schmilzt bei knapp 232 Grad Celsius; beim Kochen mit Inhalt wird das nicht erreicht. Deshalb gilt die eine Regel: eine Kupfer-Kasserolle nie leer auf hoher Flamme vorheizen.

Welche dieser Formen gibt es in türkischem Kupfer — und welche nicht?

In türkischem Kupfer führen wir die Kasserolle mit zwei Griffen in flacher, hoher und bauchiger Ausführung, die flache Sauteuse mit Deckel und die Stielkasserolle mit langem Stiel. Einen ovalen Bräter führen wir nicht; er ist nicht im Sortiment. Welche Größen gerade vorrätig sind, bestätigen wir im Angebot.

Zwei Griffe oder Stiel: was ist in der Gastronomie praktischer?

Das hängt vom Posten ab. Am Saucenposten ist der Stiel schneller, weil das Gefäß mit einer Hand bewegt wird. In Vorbereitung und Bankett tragen zwei Griffe große, volle Kasserollen sicherer und stapeln sich kompakter. Viele Betriebe kombinieren beides: Stielkasserollen für Saucen, Kasserollen mit zwei Griffen für Mengen.

Kann eine fehlende Form auf Bestellung gefertigt werden?

Eine fehlende Form wie den ovalen Bräter können Sie als Sonderanfertigung anfragen. Wir brauchen dafür eine Zeichnung oder ein Referenzstück, die Maße und eine ungefähre Stückzahl. Ob die Form umsetzbar ist und zu welchen Bedingungen, klären wir für den konkreten Fall; eine Zusage ist die Anfrage noch nicht.

Wie sind Griffe und Stiel befestigt?

Griffe und Stiel sind am Korpus angelötet. Bei Stücken, die regelmäßig getragen werden, lohnt ein kurzer Blick vor jedem Einsatz, ob der Griff fest sitzt. Soll ein Stück auch im Backofen arbeiten, vermerken Sie das in der Anfrage; die Eignung prüfen wir dann für genau dieses Stück, statt sie pauschal zuzusichern.

Schicken Sie uns Ihre Formenliste

Form, Größe und ungefähre Stückzahl genügen für den Anfang — gern auch ein Foto der Form, die Sie suchen. Wir antworten auf Deutsch, Englisch oder Türkisch.

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026